Historie

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Bereich der heutigen Innenstadt Penzbergs ein kleines Kohlenbergwerk. Bis dahin war das Gebiet von drei kleinen Bauernhöfen aus landwirtschaftlich genutzt worden. Als dann im Jahr 1865 die Bahnlinie von Tutzing her bis zum Bergwerk verlängert wurde, konnte die Kohle leicht in den Raum München transportiert werden. Das Bergwerk und die damit verbundene Bergarbeitersiedlung erlebten einen rasanten Aufschwung.

Bayerische Reiterei nach einem Manöver (um 1908) – rechts Bürgermeister Jakob Deisenberger

Bayerische Reiterei nach einem Manöver (um 1908) – rechts Bürgermeister Jakob Deisenberger

1870 errichtete der Baumeister Johann Pitzer aus Benediktbeuern in der Nähe der Bahngeleise zunächst eine Kantine, einen Holzbau. 1871 begann er mit dem Bau eines kleinen Gasthofs, den ältesten Gasthof im heutigen Stadtkern.
1874 erwarb der Großindustrielle Hugo Ritter und Edler von Maffei, Brauerei- und Gutsbesitzer in Iffeldorf, den Gasthof und ließ ihn größer ausbauen, in der Form, wie ihn alte Penzberger noch in Erinnerung haben.
Inzwischen wuchs südlich des Gasthofs rasch die „Bergarbeiter-Colonie“. Immer mehr Menschen kamen in den Ortsteil Penzberg der damaligen Gemeinde Sankt Johannisrain.

1875 übernahm das Ehepaar Johann Baptist und Maria Wutz als erste Pächter den neuen Gasthof „Zum Berggeist“. Johann Baptist Wutz war Gastwirt und Metzgermeister.
Die ersten Barbarafeste der Belegschaft des Bergwerks wurden hier gefeiert.
Im Stadtarchiv befindet sich der Bericht von Alois Kapsberger, der über diese Zeit schreibt: „Eisenbahner, die mit den Kohlenwagen ankamen, blieben über Nacht im Gasthaus Berggeist. Bergarbeitern und Angestellten des Bergwerks wurde das Gasthaus zum Begriff. Auch sorgte der Pächter Wutz für gute Fleischwaren und so herrschte an den Lohntagen und Feiertagen ein reger Betrieb. Da spielte öfter eine Zugharmonika, es wurde getanzt und gesungen und mit Gold und Silber bezahlt.“
Wutz hatte als weiteres Gewerbe ein Fuhrgeschäft angemeldet.
So wurde der Berggeist, der neben der Endpunkt der Bahnlinie bestens postiert war, zur Zwischenstation für begüterte Weiterreisende. Dafür standen Pferde und Wagen bereit.
Kapsberger berichtet von Herrschaften, die dereinst hier beherbergt wurden und von einem Marstall für Prunkpferde und Equipagen des König Ludwig II..
„Vornehmen Pferdetrapp“ gab es in Penzberg dann, wenn König Ludwig II. mit seinem Gefolge in Penzberg ausstieg und man geneigt war, die Kutschen zu Hause zu lassen.
Kapsberger schreibt: „Lag das Ziel hoher Herrschaften und vieler anderer Reisenden, die aus der Landeshauptstadt kamen, über Penzberg hinaus dem Gebirge zu, dann hieß es sich im Berggeist zu entspannen. Trinkgelder flossen reichlich …“.
Die Eröffnung der Bahnlinie nach Kochel im Mai 1898 bedeutete den Verlust der Münchener Gäste.
„Zum Wutz“ hieß das Stichwort in Penzberg, wenn man sich zum Berggeist verabredete.
1906 starb Johann Baptist Wutz. Seine Frau führte den Gasthof noch weiter.

Im Winter 1910/11 übernahm das Ehepaar Xaver und Theresia Strauß den Berggeist. Die beiden führten ihn erfolgreich, bis sie 1936 den Gasthof „Zur schönen Aussicht“ in Penzberg-Reindl erwarben. Die Familie Strauß/Schmid betreibt dort bis heute den Gasthof und die Metzgerei.
1911 wurde die Gemeinde Sankt Johannisrain mit Genehmigung von Prinzregent Luitpold in Penzberg umbenannt. 1919 folgte die Stadterhebung.
Bis 1927 sind verschiedene Mitglieder der Familie Maffei im Grundbuchamt in Weilheim als Eigentümer eingetragen.
Dann erwarb die Aktiengesellschaft Paulaner & Salvatorbrauerei den Gasthof.image009
Nach dem zweiten Weltkrieg war Gastwirt und Metzgermeister Wexelberger recht bekannt. Beim „Wexe“ gab es prima Würste. Vor allem die Metzgerei war recht einträglich.

Ab den 60-iger Jahren hatten es die Gastwirte immer schwerer.
Vereine, die über viele Jahre die größeren Räumlichkeiten nutzten, richteten sich nun eigene Heime für ihre Zusammenkünfte ein. Zahltage mit Lohntüte gab es bei immer weniger Firmen, der Lohn wurde auf Konten überwiesen, Ende September 1966 schloss schließlich das Bergwerk. Penzberg stand vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Nach und nach gaben die Gastwirte die Metzgereien auf.
Im Gasthof „Zum Berggeist“ löste sich eine Folge von Pächtern ab, die Gebäude verkamen immer mehr.
Da kam erneut ein Investor aus Iffeldorf – August Liebhardt. Er erwarb Grundstück und Gebäude und plante neu. 1990 wurde der alte Gasthof abgerissen, es entstand das Stadthotel mit Restaurant – der neue Berggeist.

Über viele Jahre hatte August Liebhardt das Stadthotel an einen Betreiber verpachtet bis im Jahre 2009 die älteste Tochter von August Liebhardt, Stephanie Liebhardt das Hotel aus der Insolvenz der Vorpächter übernahm. Stephanie Liebhardt, heute Stephanie Anderl führt bis heute das Stadthotel Berggeist mit Ihrem Mann André Anderl erfolgreich.historie_image010

Mit dem Namen „Berggeist“ verbindet Penzberg die 170jährige Tradition des Bergbaus, der 1966 zwar eingestellt wurde, aber noch das Leben vieler Menschen im Ort bestimmte. Die Verwandlung der ehemals kleinen Gaststätte Berggeist in das Stadthotel Berggeist ist mehr als gelungen. Das Stadthotel Berggeist bietet alles, was ein anspruchsvoller Gast von zeitgemäßer Hotelkultur erwarten darf. Die Hotelanlage umfasst 45 komfortabel und gemütlich eingerichtete Zimmer mit Telefon, TV, W-LAN und Minibar. Das niveauvolle Ambiente des ganzen Hauses lädt zum Verweilen ein und lässt den Aufenthalt zu Erholung werden.

Alte Werte und neuer Zeitgeist, Tradition verbunden mit Moderne. Ihr Hotel mit Stil- und Geist.